15 Patienten auf 4.000 m Höhe operiert

Liebe Freunde und Förderer,

zurück von unserem Projektbesuch möchte ich Ihnen einige Eindrücke aus Bolivien übermitteln. Unser Team aus La Paz unter der Leitung des Kinderchirurgen Dr. Adolfo Mamani hat sich seit 2015 vorbildlich entwickelt. Inzwischen arbeitet Dr. Mamani mit Psychologen, Zahnärzten und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen zusammen, die ihn auf Operationseinsätzen im ganzen Land begleiten. Das außerordentliche Engagement, der Teamgeist und die Zuwendung, die den kleinen Patienten entgegengebracht wird, haben mich sehr beeindruckt. 

Wir begleiteten Dr. Mamani und sein Team bei einem Operationseinsatz in Llallagua, einer Kleinstadt im Bundesstaat Potosí, sechs Stunden südöstlich von La Paz, auf 4.000 Meter Höhe gelegen. Viele der Menschen dort leben in extremer Armut. Ein Großteil der Patienten kam in schmutzigen, abgenutzten Kleidern, mitunter sogar ohne Schuhe bei uns an. Die Dankbarkeit nach den Operationen war unendlich groß. So auch bei der Mutter und Oma von Emerson, unserem kleinen Sonnenschein. So etwas erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes.

Ein weiteres Kind, das wir sehr ins Herz geschlossen haben, ist Alejandro. Als Alejandros Mutter ihren kleinen Sohn vor einem halben Jahr zum ersten Mal in die Klinik in Llallagua brachte, waren unsere Kollegen vor Ort geschockt. Das Baby bestand nur aus Haut und Knochen und litt unter einer schlimmen Lungenentzündung. Es ging um Leben und Tod, doch nach einem Monat in der Klinik war Alejandro gesund und hatte gut an Gewicht zugenommen. Inzwischen ist Alejandro ein Jahr alt und konnte neben 14 weiteren Patienten operiert werden.

Die siebenjährige Santusa kam mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester für die Operation ihrer Lippenspalte. Auch sie stammt aus sehr armen Verhältnissen und ihre Familie gehört dem indigenen Volk der Aymara an, für die Verständigung brauchen wir einen Dolmetscher. Wir haben vorab gebrauchte Kinderklamotten gesammelt, die Santusas Mutter dankend annimmt. Santusa ist sehr verschlossen, nur der Psychologe David, der für die Kinder Luftballons zu Tieren formt und Zaubertricks mit ihnen macht, ringt ihr ein Lächeln ab. Auch wenn Santusas Mutter sich nicht verständigen kann, so sagt ihr Blick, als sie ihre Tochter nach der Operation in die Arme nimmt und uns alle zum Abschied fest drück doch alles.

Doch wir haben nicht nur kleine Patienten, unser ältester Patient ist der 52-jährige José. Er musste wegen seiner breiten Lippenspalte viel Leid erfahren und kann nun endlich von seiner Entstellung befreit werden. Unser Team operiert an zwei Tischen parallel. Mein langjähriger Freund und einer der besten Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen der Welt, Prof. Dr. Dr. Götz Ehmann, evaluiert die Operationstechniken der Bolivianer und gibt sein Wissen weiter. Die bolivianischen Kollegen sind sehr dankbar für den fruchtbaren Austausch an Erfahrungen. Wir sind beeindruckt von der feinen Operationstechnik Dr. Mamanis sowie dem Enthusiasmus und unermüdlichen Einsatz des Teams mit dem Ziel Spaltkinder in Bolivien langfristig und umfassend zu Betreuen.

Um noch gezielter helfen zu können, möchte Dr. Mamani in La Paz ein interdisziplinäres Spaltzentrum aufbauen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Bitte helfen Sie den Kindern in Bolivien mit Ihrer Spende! Mit herzlichem Dank und vorweihnachtlichen Grüßen

Ihr

Prof. Dr. med. Frank Feyerherd
Vorstand

Alejandro vor seiner Operation
Santuso vor der Operation
Santusas Mutter und ihre Schwester warten geduldig bis Santusa an der Reihe ist
Weiterbildung der bolivianischen Kollegen
Prof. Dr. Dr. Götz Ehmann mit Alejandro vor der Operation
Patienten mit Ärzten am Ende des Einsatzes

Newsletteranmeldung