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Folgen von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Spaltungen im Bereich Lippe-Kiefer-Gaumen haben schwerwiegende funktionale und soziale Folgen für das betroffene Kind, denn im sensiblen Kopfbereich laufen verschiedene lebensnotwendige und sozialkommunikative Funktionen zusammen.

Ist der Gaumen gespalten, fehlt die Abtrennung zum Nasenraum und es kann zu erheblichen oder sogar lebensbedrohlichen Saug-, Trink- und Schluckstörungen kommen. Auch nach dem Verschluss der Gaumenspalte ist die Muskulatur bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Rachenbereich schlaffer. Beim natürlichen Schluckvorgang findet nicht genügend Druckausgleich im Mittelohr statt. Man kann sich dies ähnlich vorstellen, wie wenn man beim Start eines Flugzeuges nicht schlucken würde, um den Druck im Ohr auszugleichen. Durch den fehlenden Druckausgleich ist die Belüftung des Mittelohrs eingeschränkt, was zu Flüssigkeitsansammlungen und in Folge zu Mittelohrentzündungen führen kann. Die Kinder leiden unter ständigem Druckgefühl im Ohr und haben häufig auch leichte Ohrenschmerzen. Besonders fatal ist, dass die betroffenen Kinder durch die Flüssigkeitsstauungen im Mittelohr bis zu 20-30 Dezibel schlechter hören, was zu Problemen beim Sprechen lernen führt. Gleichzeitig erschwert die Dysfunktionalität im Mund-Kiefer-Rachenbereich das korrekte Formen der Laute und das richtige Sprechen.

Besonders belastend können auch die psychosozialen Folgen für das Kind sein, wenn es wegen der Fehlbildung ständigen Hänseleien und Demütigungen ausgesetzt ist oder in Isolation aufwächst.