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Spaltkinder in Entwicklungsländern

Mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt zu kommen bedeutet für viele Kinder in Entwicklungsländern von Geburt an ausgeschlossen zu sein und ein Leben lang körperlich und seelisch zu leiden.

Schon von Anfang an kann das Überleben eines Spaltbabys gefährdet sein: Beim Trinken an der Mutterbrust kann durch eine Spaltung des Gaumens kein Unterdruck aufgebaut werden. Nur wenn die Mutter eine spezielle Fütterungstechnik erlernt, kann das Neugeborene trotz seiner Gaumenspalte Nahrung aufnehmen. Essen und Trinken bereitet auch älteren Spaltkindern große Probleme. In der Folge sind sie in Entwicklungsländern vielfach unterernährt und erkranken schnell an Infekten.

Bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten ist durch den fehlenden Druckausgleich beim Schlucken die Belüftung des Mittelohrs eingeschränkt, was zu Flüssigkeitsansammlungen und in Folge zu Mittelohrentzündungen führen kann. In medizinisch schlecht ausgestatten Ländern fehlt es häufig an wichtiger HNO-Versorgung, bei der mittels dem operativen Legen von Paukenröhrchen die Flüssigkeitsansammlungen zum Abfließen gebracht werden. Anhaltende Flüssigkeitsstauungen haben fatale Folgen für die Kleinen, deren Sprachentwicklung ohnehin durch die Spalte gestört ist: Sie können schlecht hören und sind dadurch zusätzlich beim Sprechen lernen stark beeinträchtigt.

Kaum vorstellbar ist die seelische Qual dieser Kinder. Aufgrund ihres äußerlichen Anblicks werden sie vielfach von ihrer Familie isoliert, im schlimmsten Fall sogar eingesperrt. Die Geburt eines im Gesicht entstellten Kindes stürzt viele Eltern in Hoffnungslosigkeit. Sie sehen in ihrem Spaltkind einen „Fluch“ oder einen Schlag des Schicksals. Da sie oft nicht wissen, dass ihrem Kind mit einer Operation geholfen werden kann, versuchen sie es auch vor Freunden, Verwandten und Nachbarn zu verstecken. Tausende Kinder in Entwicklungsländern vegetieren so jahrelang in dunklen Ecken oder Hinterzimmern. Die Eltern sind selbst Opfer der angeborenen Entstellung und handeln aus Scham, Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung und Unkenntnis über Heilungsmöglichkeiten. Für ihr Kind wünschen sie sich nichts sehnlicher, als ein ganz normales Leben. 

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