Block ID: #section–hero-page-block_5f4e7a5e2aba7
Block ID: #section–text-block_5f2bd8f28ceb8

Ein Leben mit offenem Gaumen

Bei der Mehrzahl der Kinder ist zusätzlich zur Lippe auch der Gaumen gespalten. In der Regel wird in einer ersten Operation zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat die Lippenspalte verschlossen, die zweite Operation zum Verschluss des Gaumens sollte auch noch im ersten Lebensjahr erfolgen.

Doch immer wieder treffen wir in unseren Projektländern auf Patienten, die viele Jahre mit offenem Gaumen leben. Denn ist durch die Lippen-OP erst einmal der offensichtliche Makel behoben, sehen die Eltern die Notwendigkeit zum Verschluss des Gaumens mitunter nicht mehr. Die Kinder leiden dann ein Leben lang unter teils schwersten Beeinträchtigungen.

So, wie die sechzehnjährige Sifa. Das Mädchen ist sehr schüchtern, kann nicht richtig sprechen. Als Baby wurde ihre Lippenspalte verschlossen. Nicht wirklich fachgerecht, worauf die Narbe in ihrem Gesicht schließen lässt. Doch viel schlimmer ist, dass die so wichtige Gaumenoperation nie durchgeführt wurde. Sifa kommt allein zu unserem Operationseinsatz in Ruanda, am vorletzten Tag. Wir wissen nicht, wie sie auf unsere Hilfe aufmerksam wurde. Ihre Gaumenspalte ist riesig, circa vier Zentimeter groß. Der Eingriff ist nicht einfach. Je größer die Gaumenspalte, desto größer die Gefahr, dass die Naht wieder aufgeht.  Für unsere beiden ehrenamtlichen Projektleiter, Dr. Dr. Oliver Blume und Gunther Au-Balbach, ist der Eingriff so kurz vor ihrer Abreise eine große Herausforderung. Doch alles geht gut. Die beiden erfahrenen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen sind erleichtert, als Sifa am letzten Tag vor ihrer Abreise fröhlich zur Kontrollvisite erscheint. Zum Abschied spricht sie ihren Namen – das erste Mal in ihrem Leben.

Block ID: #section–text-block_5f2bdba18ceb9

So sehr leiden Kinder unter einer nicht behandelten Gaumenspalte

Wird eine Gaumenspalte nicht oder erst spät behandelt, ist das für die Patienten mit großen Beeinträchtigungen verbunden. Durch die fehlende Trennung von Mund und Nasenhöhle ist das Zusammenspiel der Lippen-, Zungen- und Gaumenmuskulatur gestört. Hinzukommt eine veränderte Lage der Zunge, die sich nach hinten in den Spalt verlagert. Schwerwiegende funktionelle Störungen sind die Folge. Davon betroffen sind das Schlucken und Atmen, die frühe Lautbildung und das Klangbild der Stimme.

Bei Babys können die Probleme beim Atmen und der Nahrungsaufnahme lebensbedrohlich werden. Dass Nahrung in die Nase gelangt, ist auch später noch ein Handicap und mit Scham bei den betroffenen Patienten verbunden.

Die Störungen im Bereich der Lautbildung haben eine verzögerte Sprachentwicklung zur Folge. Hördefizite verursacht durch chronische Mittelohrentzündungen können das Sprechen lernen zusätzlich erschweren. Durch ihre unklare Sprache und eine oft nasale Stimme werden die Kinder häufig als behindert stigmatisiert.

Um die Sprachentwicklung der Kinder zu fördern, bieten wir, wo immer es die Strukturen in unseren Projektländern zulassen, als begleitende Therapiemaßnahme Sprach- und Funktionstherapie an. Auch hier gilt: Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto wirkungsvoller.

Block ID: #section–picture-with-details-block_5f2be4488cebf
Immer wieder treffen wir auf Patienten wie Sifa, deren Gaumenspalte als Baby nicht behandelt wurde. Ist mit der Lippen-OP erst einmal der offensichtliche Makel behoben, “sparen” sich die betroffenen Familien mitunter den oft mit langen Wegen und Verdienstausfall verbundenen zweiten Eingriff. Je länger eine Gaumenspalte unbehandelt bleibt, desto schwerwiegender die Folgen.
Block ID: #section–columns-text-block_5de783964aafa
Fünf Gründe für eine Spende
Konkret
Wir widmen uns einem einzigen Thema: Der Behandlung von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. In unseren Projektländern leisten wir direkte medizinische Hilfe für die bedürftigen Familien. Messbar an der Zahl der Operationen.
Umfassend
Soweit es die Strukturen in unseren Projektländern zulassen, finanzieren wir über die Operationen hinaus nötige Folgebehandlungen, wie zum Beispiel Sprachtherapie oder kieferorthopädische Maßnahmen.
Transparent
Jede Behandlung wird von den Ärzten und Ärztinnen vor Ort in unserer Patientendatenbank dokumentiert und von uns kontrolliert. So können wir sicher sein, dass die uns anvertrauten Spenden gezielt und sinnvoll verwendet werden.
Nachhaltig
Mit dem Ziel, in unseren Projektländern selbstständig funktionierende medizinische Strukturen aufzubauen, begleiten wir unsere Projekte langfristig und sind im regelmäßigen Austausch mit unseren einheimischen Partnern.
Zertifiziert
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bestätigt uns mit dem DZI Spenden-Siegel bereits seit 2012 den verantwortungsbewussten und seriösen Umgang mit unseren Spendeneinnahmen.
Filme
07.08.2020/
Impressionen aus Bolivien
Die Eltern unserer Spaltkinder sind immer wieder voller Dankbarkeit. Oft wissen sie erst einmal gar nicht, was es mit der Fehlbildung auf sich hat und dass diese behandelt werden kann. Und selbst wenn - die meisten unserer kleinen Patienten stammen aus ärmsten Verhältnissen. Die Eltern könnten sich die Operation niemals leisten. Dass ihre Kinder qualifiziert behandelt werden, und das sogar kostenlos, ist für sie unvorstellbares Glück. Der rührende Film unseres bolivianischen Hilfsprojekts fängt diese besonderen Glücksmomente ein.
17.07.2020/
Film: Impressionen aus Pakistan
Dieser Film, für unsere pakistanische Partnerorganisation, die Al-Mustafa Welfare Society, vom Vater eines Patienten produziert, gibt authentische Einblicke in das Leben in Karatschi, der Hauptstadt der Provinz Sindh. Von dort aus behandelt unser leitender Chirurg Prof. Ashraf Ganatra Spaltkinder aus ärmsten Familien. Er operiert die Kinder in Karatschi im Al Mustafa Medical Center. Um auch die vielen Familien außerhalb der Stadt zu erreichen, führt er regelmäßig Operationseinsätze in lokalen Provinzkrankenhäusern statt.
02.03.2020/
Safari-Chirurgie versus nachhaltige Entwicklungshilfe
Als Baby wurde Dat Opfer eines unkontrollierten Operationseinsatzes. Vermutlich unerfahrene Ärzte durchtrennten bei der Gaumen-OP in Vietnam beide Arterien. Die Folge: Ein "großes" Loch im Gaumen, dass das Leben des Jungen massiv beeinträchtigt. Um Dat zu helfen, wurde er in Deutschland operiert. Ein Einzelfall, der die Ausnahme bleiben muss, und mit dem wir auf die Risiken von Safari-Chirurgie in Gegensatz zu nachhaltiger Entwicklungshilfe aufmerksam machen wollen.