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Januar 2020: Projektreise quer durch Indien

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Tag 1 und 2 unserer 11-tägigen Projektreise zu Beginn dieses Jahres verbringen wir, Andrea Weiberg und Ulrike Claassens aus dem Freiburger Team, in Mysore. Unser Spaltzentrum im Joseph’s Hospital bietet bedürftigen Spaltpatienten eine vollumfassende Behandlung: Chirurgie, Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Sprachtherapie, HNO und Psychologie – alle relevanten Fachdisziplinen sind unter einem Dach und arbeiten Hand in Hand. Wir lernen Father Manuel und Father Sanjay kennen, die die Klinik leiten. Und begleiten Dr. Manu Prasad und sein Team bei einer OP. In knapp zwei Stunden rekonstruiert Dr. Manu den Gaumen des bereits achtjährigen Kumar. Wir sind beeindruckt von der Professionalität, der Ruhe und Wärme, mit denen man sich hier um die kleinen Patienten kümmert. Und der herzlichen Gastfreundschaft, mit der wir empfangen wurden. Ein großes Dankeschön an das ganze Mysore-Team.

Zweite Station Hyderabad

Unsere zweite Station: Hyderabad. In der Hauptstadt des Bundesstaates Telangana mit fast 8 Mio. Einwohnern sind wir gleich in drei Krankenhäusern vertreten. Dr. Vijay operiert mit viel Herz und großer Erfahrung in seinem Krankenhaus rund 20 Spaltkinder pro Monat. Sprachtherapie und präoperativ NAM sind weitere Bestandteile seines umfassenden Behandlungskonzepts. Wir lernen Rohinth kennen, der zwei Tage zuvor am Gaumen operiert wurde. Seine Mutter ist so dankbar! Neuer Partner, seit nunmehr zwei Jahren, ist das Ramdevrao Hospital, eine große gemeinnützige Einrichtung. Und ganz neu in unserem Ärzteteam ist die junge, motivierte Chirurgin Dr. Neeti, die im Avis Hospital eine neue Anlaufstelle für Spaltkinder aufbauen will. Drei ganz verschiedene Einrichtungen, die alle eins verbindet: Das Ziel, Spaltkindern eine Chance im Leben zu geben.

Shree Jain Hospital in Haora

Dr. Siddhartha leitet das Spaltzentrum in unserem Partnerkrankenhaus, dem Shree Jain Hospital and Research Centre, in Haora. Die Millionenstadt ist Teil des Ballungsraums von Kolkata. Dr. Siddhartha operiert jeden Monat circa 30 Patienten! Für uns hat er heute eine Tour durch Haora organisiert, um drei seiner kleinen Patienten zu treffen. Tashfia wurde erst vorgestern operiert. Sie lebt mit ihren Eltern in Assam, im Norden Indiens. 600 Kilometer entfernt, mit dem Zug eine Zweitagesreise. Tashfias Mutter, mit der wir uns auf englisch verständigen können, erzählt, dass sie über eine Facebook-Gruppe auf unser Hilfsprojekt aufmerksam wurden. Sie ist so froh ist, dass ihre Tochter diesen ersten Eingriff gut überstanden hat. Für sie und ihren Mann ist klar, dass sie sich in diesem Jahr noch einmal auf den Weg machen werden, um auch Tashfias Gaumenspalte von Dr. Siddhartha operieren zu lassen. Seikh dürfen wir in seinem Zuhause besuchen. Er lebt mit seinen 4 Schwestern und seinen Eltern in einem Raum ohne Tageslicht, 10 qm groß. Für uns wird Platz auf dem Familienbett gemacht. Und auch hier, in ärmsten Verhältnissen, erleben wir erneut große Dankbarkeit. Danke Dr. Siddhartha für diesen besonderen Tag!
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Kolkata: 400 Operationen jährlich!
Kolkata, Tag 2: Noch einmal dürfen wir bei zwei Operationen hospitieren. An der Seite von Dr. Siddhartha assistieren Dr. Debolina und Dr. Vivek, Dr. Nishad ist der verantwortliche Anästhesist. Neue Patienten warten bereits. Kolkata hat sich innerhalb von zwei Jahren mit ungefähr 400 Operationen jährlich zu unserem größten Behandlungszentrum in Indien entwickelt. Der Ausbau des umfassenden Therapieangebots ist Thema des anschließenden Meetings unter der Leitung von Dr. Jayanth, medizinischer Supervisor für all unsere indischen Projektstandorte. Wir sind froh ob dieser jungen Zusammenarbeit mit dem Shree Jain Hospital und Dr. Siddhartha, dank dieser wir so vielen Spaltkindern den Zugang zu einer ganzheitlichen Versorgung ermöglichen und ihnen damit eine echte Chance auf ein besseres Leben geben können.

Letzte Station Bangalore

Bangalore, die letzte Station unserer Reise. Dr. Jayanth zeigt uns das Rangadore Memorial Hospital, in dem er unser Spaltprojekt leitet. Darüber hinaus ist Bangalore Sitz unseres Partnervereins ABMSS. Zum Team gehören Dr. Dushyant Prasad (General Secretary), Dr. Jayanth B S (Director-Programmes & Medical Supervisor), Mithun Amin (Manager-Programmes and Operations, Muyeen Pasha (Senior Executive-Operations), Prashanth G (Executive Accounts) und Annie Jayaraj (Fundraising). Wir bekommen interessante Eindrücke in die Arbeit unserer Kollegen – für beide Seiten eine wertvolle Erfahrung. Eine Reise voller Eindrücke geht nun zu Ende: Wir waren im OP, besuchten Patienten Zuhause, waren im Austausch mit den vielen Helfern. Wir haben Indien aus einer sehr besonderen Perspektive kennengelernt, die Herausforderungen vor Ort erlebt. Und sind beeindruckt von der Professionalität und dem Engagement, mit denen man diesen hier begegnet. Danke an alle für diese großartige Zeit!
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Filme
07.08.2020/
Impressionen aus Bolivien
Die Eltern unserer Spaltkinder sind immer wieder voller Dankbarkeit. Oft wissen sie erst einmal gar nicht, was es mit der Fehlbildung auf sich hat und dass diese behandelt werden kann. Und selbst wenn - die meisten unserer kleinen Patienten stammen aus ärmsten Verhältnissen. Die Eltern könnten sich die Operation niemals leisten. Dass ihre Kinder qualifiziert behandelt werden, und das sogar kostenlos, ist für sie unvorstellbares Glück. Der rührende Film unseres bolivianischen Hilfsprojekts fängt diese besonderen Glücksmomente ein.
17.07.2020/
Film: Impressionen aus Pakistan
Dieser Film, für unsere pakistanische Partnerorganisation, die Al-Mustafa Welfare Society, vom Vater eines Patienten produziert, gibt authentische Einblicke in das Leben in Karatschi, der Hauptstadt der Provinz Sindh. Von dort aus behandelt unser leitender Chirurg Prof. Ashraf Ganatra Spaltkinder aus ärmsten Familien. Er operiert die Kinder in Karatschi im Al Mustafa Medical Center. Um auch die vielen Familien außerhalb der Stadt zu erreichen, führt er regelmäßig Operationseinsätze in lokalen Provinzkrankenhäusern statt.
02.03.2020/
Safari-Chirurgie versus nachhaltige Entwicklungshilfe
Als Baby wurde Dat Opfer eines unkontrollierten Operationseinsatzes. Vermutlich unerfahrene Ärzte durchtrennten bei der Gaumen-OP in Vietnam beide Arterien. Die Folge: Ein "großes" Loch im Gaumen, dass das Leben des Jungen massiv beeinträchtigt. Um Dat zu helfen, wurde er in Deutschland operiert. Ein Einzelfall, der die Ausnahme bleiben muss, und mit dem wir auf die Risiken von Safari-Chirurgie in Gegensatz zu nachhaltiger Entwicklungshilfe aufmerksam machen wollen.