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Das DCKH-Corona-Update

Die von uns unterstützten Kinder und ihre Familien zählen zu den Ärmsten der Armen. Die Menschen, die schon vor Corona ums Überleben kämpften, trifft die Pandemie besonders hart. Wegen der verhängten Ausgangssperren können sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Auf engstem Raum und bei schlechten Hygienebedingungen sind sie dem Virus mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Es bleibt zu hoffen, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen und eine massive Ausbreitung des Virus, die in nahezu all unseren Projektländern katastrophale Folgen hätte, so verhindert werden kann.

Aktuell melden unsere Länder mehrwöchige Operationsstopps. Wir sind im regelmäßigen Austausch mit unseren Partnern vor Ort. Gemeinsam arbeiten wir an Lösungen für diese schwierige Situation, damit wir so schnell wie möglich wieder operieren können. Unsere kleinen Patienten brauchen uns jetzt ganz besonders. Viele Spaltkinder leiden unter Mangel- oder Unterernährung. Ihr Immunsystem ist schwach und entsprechend gefährlich kann für sie auch eine Infektion mit dem Corona-Virus werden.

Die Ärzte in unseren Projektländern erhalten viele Anrufe von besorgten Eltern, die große Angst haben, dass ihre Kinder wegen Corona nicht mehr operiert werden. Das darf nicht sein! Wir setzen uns dafür ein, dass wir die Kinder, die so dringend auf ihre Operation warten, bald operieren können.

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26. Mai: Spaltkinder in Vietnam können wieder operiert werden

Mit einer strengen, zweieinhalb Monate andauernden Ausgangssperre ist es Vietnam gelungen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. So wurde der Lockdown bereits vor drei Wochen aufgehoben. Seitdem darf unser Team OSCA unter der Leitung von Dr. Ai in Hanoi auch wieder Spaltpatienten behandeln. Chi ist eine der kleinen Patientinnen. Ihre Operation war für April angesetzt und wurde auf unbekannt verschoben. Ihre Eltern waren in großer Sorge, dass ihre Tochter nun womöglich nicht mehr behandelt würde. Umso glücklicher sind sie, dass es jetzt doch so schnell ging und Chi den Eingriff gut überstanden hat. 15 Kinder operierte Dr. Ai in den letzten drei Wochen. Normalerweise sind es maximal zehn Patienten pro Monat. Doch durch den Lockdown ist ein “Operationsstau” entstanden. 40 Kinder stehen aktuell noch auf der Warteliste.

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Spaltkind Chi wurde in Vietnam jetzt in Corona-Zeiten operiert
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19. Mai 2020: Dr. Zaman organisiert Hilfsaktion in Bangladesch

Krisen fordern und fördern Kreativität. Bestes Beispiel dafür ist unser langjähriger Partner, Dr. Zaman. In seiner Heimatstadt Dhaka startete der Chirurg eine private Hilfsaktion, finanziert durch Spenden aus seinem internationalen Freundes- und Bekanntenkreis.

Seit 26. März ist das Land im totalen Lockdown, die Fallzahlen steigen täglich. Unzählige Menschen aus allen Bevölkerungsschichten sind plötzlich arbeitslos geworden. Das trifft vor allem die arme Bevölkerung sehr hart, sie haben kein Geld mehr, um ihre Familien zu ernähren. Um diesen Menschen zu helfen, wurde Dr. Zaman nun aktiv. In seiner Garage packen freiwillige Helfer Essenspakete für Bedürftige. Darin enthalten: Reis, Linsen, Eiern, Zwiebeln, Kartoffeln und Speiseöl. 1.200 Familien konnte Dr. Zaman so bereits helfen! Er will diese großartige Aktion unbedingt fortsetzen. Denn eine Verbesserung der Situation in Bangladesch ist aktuell nicht absehbar.

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5. Mai 2020: Schutzmasken für unsere Teams in Bangladesch

Die Coronakrise trifft arme Länder besonders hart. Die meist ohnehin schon schlechte medizinische Infrastrukur kommt dort schnell an ihre Grenzen. Das ist zum Beispiel in Bangladesch, einem unserer Schwerpunktländer, der Fall. Unser langjähriger Partner, der Chirurg Dr. Zaman, berichtet von der aktuellen Situation:

“Der Lockdown wurde bis zum 16. Mai verlängert. Jeden Tag werden viele neue Fälle gemeldet, besonders viele aus der Hauptstadt Dhaka und aus Narayanganj. Die Dunkelziffer ist hoch, da wir viel zu wenige Tests haben. Und auch kein Personal, keine Labore, um die Tests durchzuführen. Für die Versorgung der Infizierten fehlen Beatmungsgeräte und die Schutzausrüstung für die Helfer, die sich so in große Gefahr begeben. Für die armen Familien ist der Lockdown eine furchtbare Situation: Um sich vor dem Virus zu schützen, müssten sie Zuhause bleiben. Das bedeutet aber keinen Verdienst, kein Essen. So leiden viele Menschen in Bangladesch inzwischen an Hunger. Besonders schlimm ist es für mich, dass ich meinen Patienten nicht helfen kann. Sie können nicht zu den vereinbarten Operationen kommen. Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, die wenigen Krankenhäuser sind mit Covid 19-Patienten überfüllt. Ich kann mir nur ihre Sorgen am Telefon anhören.”

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“Es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die in dieser schwierigen Zeit an uns denken. Ich danke von Herzen Dr. Ulrike Lamlé, die eine Lieferung von FFP2-Schutzmasken für unsere Teams auf den Weg gebracht hat. Ein großes Dankeschön auch an die Deutsche Cleft Kinderhilfe und die vielen Spender aus Deutschland. Danke, dass Sie uns nicht vergessen. Die Kinder brauchen unsere Hilfe jetzt mehr denn je!”

Dr. Zaman, auf dem Bild mit Dr. Ulrike Lamlé, unserer ehrenamtlichen Projektleiterin Bangladesch

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22. April 2020: Sprachtherapie in Indien geht weiter

In sechs unserer indischen Spaltzentren behandeln wir unsere Patienten mit Sprach- und Funktionstherapie. Leitende Therapeutin ist Lakshmi Godavarthi aus Visakhapatnam. Per Video weist sie ihre Kollegen ein, wie Sprachtherapie trotz Social Distancing fortgesetzt werden kann. Dabei spielen die Einbindung und das Mitwirken der Eltern eine wesentliche Rolle. Sofern diese einen Zugang zum Internet haben , sind die Therapiesitzungen mit den Kindern via Skype, Zoom, WhatsApp möglich. Das ist der einfachste Weg. Ist das nicht der Fall, werden die Eltern per Audio-Call eingewiesen, wie sie Zuhause Übungen mit ihren Kindern durchführen können. Der Austausch ist nicht immer einfach, da viele Eltern unserer Patienten weder lesen noch schreiben können. Wie die Kommunikation mit ihnen gestaltet werden kann, damit die Therapie der Kinder nicht gänzlich gestoppt wird, vermittelt Lakshmi ihren Kollegen per Video:

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14. April 2020: Lockdown in Indien verlängert bis 3. Mai

Der Lockdown in Indien geht in die zweite Phase und wird zunächst bis zum 3. Mai verlängert. Für unsere Spaltkinder, von denen der Großteil in großer Armut lebt, hat das dramatische Folgen. Die Menschen haben aktuell keine Möglichkeit, ihrer Arbeit nachzugehen und so die Grundversorgung ihrer Familien zu sichern. “Social Distancing” ist auf engstem Lebensraum kaum möglich, schlechte Hygienebedingungen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Unsere Ärzte vor Ort versuchen, den Kontakt über Online-Medien zu halten. Das Team in Kolkata bespricht mit den Eltern ihrer kleinen Patienten über Whatsapp-Video die anstehende Operation oder auch weitere Folgetherapien.

Unsere leitende Sprachtherapeutin Lakshmi aus Visakhapatnam führt mit einigen ihrer Patienten Online-Sprachtherapie-Sitzungen durch und ist im Austausch mit ihren indischen Kollegen aus anderen Behandlungszentren.

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Sprachtherapeutin Lakshmi während einer Online-Therapie-Sitzung
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10. März 2020: Frühe Maßnahmen im Kampf gegen Corona

Als Organisation im Bereich der medizinischen Hilfe sind wir uns unserer Verantwortung in dieser Krise sehr bewusst. Wir tragen Verantwortung gegenüber unseren Partnern in den Ländern, den vielen Helfern weltweit und natürlich gegenüber unseren Patienten. Entsprechend reagieren wir auf die aktuellen Entwicklungen. Im Bereich Weiterbildung haben wir schon früh, als das Ausmaß der Pandemie in seiner ganzen Tragweite noch nicht abzusehen war, verschiedene Aktivitäten verschoben: ein im Februar geplantes chirugisches Simulatortraining für unsere jungen Chirurgen aus Indien und Bangladesch sowie eine Weiterbildung zwei unserer afghanischen Chirurgen am Chang Gung Memorial Hospital in Taiwan. Und auch unser alljährlicher Ausbildungseinsatz in Vietnam, der im Mai unter der Leitung unserer beiden deutschen Chirurgen Daniel Lonic und Denys Loeffelbein in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt hätte stattfinden sollen, kann angesichts der aktuellen Lage frühestens im Herbst nachgeholt werden. Wir hoffen, diese Aktivitäten bald wieder aufnehmen zu können.

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Fünf Gründe für eine Spende
Konkret
Wir widmen uns einem einzigen Thema: Der Behandlung von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. In unseren Projektländern leisten wir direkte medizinische Hilfe für die bedürftigen Familien. Messbar an der Zahl der Operationen.
Umfassend
Soweit es die Strukturen in unseren Projektländern zulassen, finanzieren wir über die Operationen hinaus nötige Folgebehandlungen, wie zum Beispiel Sprachtherapie oder kieferorthopädische Maßnahmen.
Transparent
Jede Behandlung wird von den Ärzten vor Ort in unserer Patientendatenbank dokumentiert und von uns kontrolliert. So können wir sicher sein, dass die uns anvertrauten Spenden gezielt und sinnvoll verwendet werden.
Nachhaltig
Mit dem Ziel, in unseren Projektländern selbstständig funktionierende medizinische Strukturen aufzubauen, begleiten wir unsere Projekte langfristig und sind im regelmäßigen Austausch mit unseren einheimischen Partnern.
Zertifiziert
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bestätigt uns mit dem DZI Spenden-Siegel bereits seit 2012 den verantwortungsbewussten und seriösen Umgang mit unseren Spendeneinnahmen.
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26.05.2020/
Spaltkinder aus aller Welt
Das DCKH-Corona-Update
Covid 19 bestimmt aktuell unser aller Leben. Die zwingenden Maßnahmen im Kampf gegen das Virus sind einschneidend — weltweit. Auch unsere Hilfe für Spaltkinder ist davon betroffen. In vielen unserer Projektländer herrscht “Lockdown”. Lesen Sie hier, wie die aktuelle Situation in unseren Projektländern ist und welche Wege unsere Partner vor Ort gehen, um trotz “Social Distancing” im Kontakt mit den Patienten zu bleiben.
23.04.2020/
Helfer vor Ort
Operationseinsatz in Ruanda
Vom 2. bis 10. Februar waren unsere beiden ehrenamtlichen Projektleiter, die erfahrenen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Oliver Blume und Gunther Au-Balbach, wieder in Ostafrika. Der diesjährige Operationseinsatz fand in Ruanda statt. 30 Kinder im Alter von zwei Monaten und 16 Jahren wurden von unserem deutsch-afrikanischen Team operiert. Besonders berührend: die Geschichte der sechzehnjährigen Sifa. Das Mädchen lebte sechzehn Jahre mit einem offenen Gaumen.
16.04.2020/
Events & Aktionen
Schutzmasken statt Zahnschienen
Noch bis vor kurzem wurden die 3 D-Drucker der jungen Berliner Unternehmens PlusDental zur Produktion von transparenten Zahnschienen eingesetzt. Nun wurde das PlusDental-Team kreativ: Seit dem 30. März werden in zusätzlichen Nacht- und Wochenendschichten Corona-Masken produziert und kostenlos an medizinische Einrichtungen verteilt. Über 2.000 dieser so dringend benötigten Schutzvisiere konnten bisher ausgeliefert werden.