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Eine unglaubliche Geschichte: Findelkind Maui

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Erst vor wenigen Wochen haben wir den Vertrag mit dem kolumbianischen Chirurgen Dr. Jorge Navarro unterschrieben – Startschuss für unser neues Hilfsprojekt in Kolumbien. Welch schicksalshafte Bedeutung das schon bald für einen kleinen Jungen haben sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Eine unglaubliche Geschichte, unglaublich erschütternd und berührend gleichermaßen.

Wie alles begann
Am 21. April erreicht uns eine ungewöhnliche E-Mail. Die Absenderin berichtet von ihrer Freundin Julia, die in Kolumbien lebt. Diese habe vor ein paar Tagen ein Kind mit Spalte bei sich aufgenommen, „um es vor dem Tod zu bewahren“, wie sie schreibt. Verbunden ist die Nachricht mit der Bitte um finanzielle Unterstützung und vor allem der Frage nach einer medizinischen Anlaufstelle für das Kind. Stefanie Huter, die unsere Projekte in Lateinamerika betreut und vor Ort lebt, nimmt sofort Kontakt mit Julia auf. Dann geht alles ganz schnell.

Das Schicksal entscheidet über das Leben eines Kindes
Julia stammt ursprünglich aus der Schweiz. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern, Aruna (5) und Abhinaya (2), in der Nähe eines indigenen Völkerstammes, der Kogi. Die Kogi-Familien haben kaum Kontakt zur Außenwelt, verlassen ihr Dorf selten, nur die Wenigsten sprechen Spanisch. In diesem Dorf wird am 28. März Maui geboren. Der Junge kommt mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt. Die Eltern schämen sich, weil Maui anders aussieht als die anderen Kinder. Wegen Mauis Gaumenspalte ist der Mutter das Stillen unmöglich. Als Julia das Baby zum ersten Mal sieht, befürchtet sie Schlimmes. Sie weiß, dass Kinder wie Maui bei den Kogi ihrem Schicksal überlassen werden. Und tatsächlich treten Julias Befürchtungen ein: Maui ist gerade drei Tage alt, als die junge Frau den schreienden Säugling findet. Maui ist ganz alleine, liegt in schmutzigen Tüchern gewickelt auf dem Boden einer Feuerstelle. Seine Eltern haben ihn dort abgelegt.

Schutzengel für Maui
Julia weiß, dass sie sofort handeln muss. Sie bringt den Jungen zu einem Arzt in der nächsten Stadt, der ihn untersucht und medizinisch versorgt. Bis auf die Spalte scheint der Kleine kerngesund zu sein. Erleichtert macht sich Julia auf den Weg zu Mauis Familie. In dem Dorf kennt man die weiße Frau, Julias Kinder spielen mit den Kogi-Kindern. Julia versucht, Mauis Familie davon zu überzeugen, dass ihrem Sohn mit einer Operation geholfen werden kann. Und dass dann auch nichts mehr von der Spalte zu sehen sein wird. Doch dieser Weg ist in der Kultur der Kogi nicht vorgesehen. Die Eltern wollen oder können Maui nicht als ihr Kind annehmen. Aber sie fragen Julia, ob nicht sie Maui „haben“ will. Sie vertrauen Julia und vermutlich ahnen sie, dass ihr Sohn es gut bei ihr haben wird. Obwohl Julia weiß, dass ihr Leben mit einem dritten Kind nicht einfacher werden wird, zögert sie keine Sekunde. Sie nimmt Maui zu sich. Auch Aruna und Abhinaya haben ihr neues Pflege-Brüderchen sofort in ihr Herz geschlossen.

Auf dem Weg zur ersten Operation
Und auch wir zögern nicht und sichern Julia unsere Hilfe zu. Bereits am 2. Mai stellt Julia Maui erstmalig unserem Chirurgen Dr. Jorge Navarro in seiner Klink in Baranquilla vor, fünf Stunden von Julias Zuhause entfernt. Dr. Navarro erklärt Julia die nächsten Behandlungsschritte. Noch am selben Tag wird der Abdruck für eine Gaumenplatte gemacht. In drei Wochen ist ein Folgetermin vereinbart. Seit Maui in Julias Obhut ist, hat er bereits ein Kilo zugenommen. Wenn er sich weiterhin so gut entwickelt, kann Dr. Navarro schon Ende Juli in einer ersten Operation seine Lippenspalte verschließen.

Helfen Sie Maui
Ein hilfloses Baby wird seinem Schicksal überlassen und von den Eltern einfach abgegeben, weil es anders ist. Mauis Geschichte ist für uns kaum vorstellbar. Doch leider ist sie in unseren Projektländern keine Seltenheit. Mauis Schicksal meinte es gut mit ihm, der Junge hatte Glück. Wir sind froh, dass wir mit Dr. Navarro einen Chirurgen gefunden haben, der sich Kindern wie Maui annimmt. Wir sind dankbar, dass es Menschen wie Julia gibt und dass wir dazu beitragen können, dass Kinder wie Maui eine Chance im Leben bekommen.

Wir haben Julia zugesichert, die anstehenden Operationen und nötigen Folgetherapien für Maui zu finanzieren, inklusive Begleitkosten, die zum Beispiel für den Transport von ihrem Zuhause in die Klinik anfallen. Helfen Sie Kindern wie Maui mit Ihrer Spende!

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Julias Tochter Aruna mit ihrem neuen Pflege-Brüderchen.
Auch die zwei Jahre alte Abhinaya hat ihr neues Brüderchen am liebsten die ganze Zeit im Arm.
Und auch Julia liebt Maui schon jetzt so, als ob sie ihn selbst zur Welt gebracht hätte.
Mauis leibliche Mutter besucht ihren Sohn bei Julia.
Mauis Eltern mit einem seiner Brüder.
Julia und Maui in Baranquilla, in der Klinik von unserem Chirurgen Dr. Navarro.
Dr. Navarro wird Maui von nun an begleiten und ihm die bestmögliche Behandlung zukommen lassen.
Beim ersten Besuch wird der Abdruck für Mauis erste Gaumenplatte erstellt.
Maui fühlt sich wohl bei seiner neuen Pflegefamilie.
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Filme
07.08.2020/
Impressionen aus Bolivien
Die Eltern unserer Spaltkinder sind immer wieder voller Dankbarkeit. Oft wissen sie erst einmal gar nicht, was es mit der Fehlbildung auf sich hat und dass diese behandelt werden kann. Und selbst wenn - die meisten unserer kleinen Patienten stammen aus ärmsten Verhältnissen. Die Eltern könnten sich die Operation niemals leisten. Dass ihre Kinder qualifiziert behandelt werden, und das sogar kostenlos, ist für sie unvorstellbares Glück. Der rührende Film unseres bolivianischen Hilfsprojekts fängt diese besonderen Glücksmomente ein.
17.07.2020/
Film: Impressionen aus Pakistan
Dieser Film, für unsere pakistanische Partnerorganisation, die Al-Mustafa Welfare Society, vom Vater eines Patienten produziert, gibt authentische Einblicke in das Leben in Karatschi, der Hauptstadt der Provinz Sindh. Von dort aus behandelt unser leitender Chirurg Prof. Ashraf Ganatra Spaltkinder aus ärmsten Familien. Er operiert die Kinder in Karatschi im Al Mustafa Medical Center. Um auch die vielen Familien außerhalb der Stadt zu erreichen, führt er regelmäßig Operationseinsätze in lokalen Provinzkrankenhäusern statt.
02.03.2020/
Safari-Chirurgie versus nachhaltige Entwicklungshilfe
Als Baby wurde Dat Opfer eines unkontrollierten Operationseinsatzes. Vermutlich unerfahrene Ärzte durchtrennten bei der Gaumen-OP in Vietnam beide Arterien. Die Folge: Ein "großes" Loch im Gaumen, dass das Leben des Jungen massiv beeinträchtigt. Um Dat zu helfen, wurde er in Deutschland operiert. Ein Einzelfall, der die Ausnahme bleiben muss, und mit dem wir auf die Risiken von Safari-Chirurgie in Gegensatz zu nachhaltiger Entwicklungshilfe aufmerksam machen wollen.