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Spaltkind Matias aus Bolivien

Matias kommt am 4. August 2019 in der Provinz Ingavi, unweit des Titicacasees, auf die Welt. Das erste Mal wird er von Dr. Adolfo Mamani im Februar 2020 operiert. Dr. Mamani leitet in La Paz eines unserer drei Hilfsprojekte in Bolivien. Kurz vor dem weltweiten Lockdown verschließt der erfahrene Kinderchirurg Matias Lippenspalte.

Drei Monate steht das Leben in Bolivien nahezu still. In einem Land, in dem fast die Hälfe der Bevölkerung in Armut lebt, hat das für die Menschen dramatische Folgen. Matias Vater arbeitet als Tagelöhner auf Baustellen. Auf einmal verdient er kein Geld mehr, kann seine Familie nicht mehr ernähren. Zu diesen Sorgen kommt nun noch die Angst um den jüngsten Sohn. Matias Gaumen-OP steht noch aus. Dr. Mamani und sein Team hatten den Eltern nach der Lippen-OP erklärt, wie wichtig es ist, dass auch noch der Gaumen in einer zweiten Operation verschlossen wird. Doch wegen der Pandemie ist zunächst völlig unklar, wann diese stattfinden wird. Eine Gaumenspalte ist besonders bei kleinen Kindern mit großen Beeinträchtigungen verbunden. Die Kinder können nicht richtig atmen und schlucken, die Nahrungsaufnahme ist schwierig.

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Matias vor seiner Lippen-OP im Februar 2020, kurz vor dem weltweiten Lockdown.
Matias Mutter sorgt sich um ihren jüngsten Sohn.
OP-Alltag in Zeiten von Corona.
Matias Eltern warten, während ihr Sohn operiert wird.
Matias nach seiner Gaumen-OP. Er hat alles gut überstanden.
Schwester Orieta erklärt Matias Mutter, worauf sie nach der OP zu achten hat. Matias wird die ersten Tage nur flüssige Nahrung zu sich nehmen dürfen, damit die Gaumennaht nicht aufgeht.
In seinem ersten Lebensjahr hat Matias beide wichtigen Operationen hinter sich gebracht.
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Hoffnung in Zeiten von Corona

In dieser ungewissen Zeit betreut Nora, die Psychologin unseres bolivianischen Teams, die Familien. Auch mit Matias Eltern ist sie telefonisch im regelmäßigen Austausch. Anfang Juni überbringt sie dann die gute Nachricht: Matias soll bald operiert werden. Die Operation findet unter strengen Schutzmaßnahmen statt. Die Arbeit unter diesen Bedingungen ist für das Team körperlich sehr anstrengend. Die neuen Hygienevorschriften sind aufwendig und nehmen viel Zeit in Anspruch. Trotz dieser neuen Herausforderungen sind alle froh, dass sie den Kindern endlich wieder helfen können!

Matias übersteht auch diese zweite Operation gut. Als er eine Woche später zur Nachsorge kommt, ist Dr. Mamani sehr zufrieden. In seinem ersten Lebensjahr hat der Kleine beide wichtigen chirurgischen Eingriffe hinter sich gebracht. Seit kurzem wird er sprachtherapeutisch behandelt. Für ein optimales Behandlungsergebnis ist das für Kinder mit Gaumenspalte sehr wichtig. Dr. Mamani verfolgt diesen interdisziplinären Ansatz mit großer Überzeugung und Beharrlichkeit. Wir freuen uns für Matias und die vielen Spaltkinder in Bolivien, denen wir so eine umfassende Therapie ermöglichen können – für einen guten Start in ein neues Leben.

Filme
07.08.2020/
Impressionen aus Bolivien
Die Eltern unserer Spaltkinder sind immer wieder voller Dankbarkeit. Oft wissen sie erst einmal gar nicht, was es mit der Fehlbildung auf sich hat und dass diese behandelt werden kann. Und selbst wenn - die meisten unserer kleinen Patienten stammen aus ärmsten Verhältnissen. Die Eltern könnten sich die Operation niemals leisten. Dass ihre Kinder qualifiziert behandelt werden, und das sogar kostenlos, ist für sie unvorstellbares Glück. Der rührende Film unseres bolivianischen Hilfsprojekts fängt diese besonderen Glücksmomente ein.
17.07.2020/
Film: Impressionen aus Pakistan
Dieser Film, für unsere pakistanische Partnerorganisation, die Al-Mustafa Welfare Society, vom Vater eines Patienten produziert, gibt authentische Einblicke in das Leben in Karatschi, der Hauptstadt der Provinz Sindh. Von dort aus behandelt unser leitender Chirurg Prof. Ashraf Ganatra Spaltkinder aus ärmsten Familien. Er operiert die Kinder in Karatschi im Al Mustafa Medical Center. Um auch die vielen Familien außerhalb der Stadt zu erreichen, führt er regelmäßig Operationseinsätze in lokalen Provinzkrankenhäusern statt.
02.03.2020/
Safari-Chirurgie versus nachhaltige Entwicklungshilfe
Als Baby wurde Dat Opfer eines unkontrollierten Operationseinsatzes. Vermutlich unerfahrene Ärzte durchtrennten bei der Gaumen-OP in Vietnam beide Arterien. Die Folge: Ein "großes" Loch im Gaumen, dass das Leben des Jungen massiv beeinträchtigt. Um Dat zu helfen, wurde er in Deutschland operiert. Ein Einzelfall, der die Ausnahme bleiben muss, und mit dem wir auf die Risiken von Safari-Chirurgie in Gegensatz zu nachhaltiger Entwicklungshilfe aufmerksam machen wollen.