Unsere Afrikaexperten, die beiden Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Dr. Dr. Oliver Blume und Gunther Au-Balbach, waren im Juni im Südsudan, um Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kostenlos zu operieren und ihnen ein neues Lächeln zu schenken. Mit dabei war Dr. Emmanuel Munyarugero aus Uganda, der die beiden schon seit vielen Jahren als Anästhesist begleitet.
Für die Deutsche Cleft Kinderhilfe war es der erste Einsatz in dem noch jungen Land. Der Südsudan wurde erst 2011 für unabhängig erklärt. Wegen der noch immer kritischen Sicherheitslage haben sich viele Hilfsorganisationen aus dem Land zurückgezogen. Außerhalb von Juba versorgt ein Trinkwasserwagen die Menschen, medizinische Versorgung ist schwer zu bekommen. Entsprechend groß ist der Bedarf an humanitärer Hilfe.
Ganz viel Unterstützung und neue Hoffnung
„Was wir hier erlebt haben, haben wir in 25 Jahren Afrika noch nie erfahren. Der gesamte Aufenthalt war von Empathie, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft geprägt“, berichtet Oliver Blume, als sie wieder zurück in Deutschland sind.
Das Team des Gudele General Hospital in Juba war von Beginn an eingebunden und hat unterstützt, wo immer es nötig war. Vor Ort begleitete die ASK Foundation den Einsatz. Gegründet wurde sie von Adut Salva Kiir Mayardit, der ältesten Tochter des südsudanesischen Präsidenten.



Adut Salva Kiir Mayardit kam auch persönlich ins Krankenhaus, um unser Team zu begrüßen und sich alles rund um die Entstehung und Behandlung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte erklären zu lassen. Bei der Abschlussvisite überreichte sie den kleinen Patientinnen und Patienten persönlich eine Tapferkeitsurkunde und ein kleines Nachsorge-Paket.


Ein neues Lächeln für Sunday
Sundays Mama ist erleichtert. Die Spalte in der Lippe ihres Sohnes ist verschlossen. Endlich kann er besser trinken und muss sich später einmal nicht verstecken. Damit hat sie kaum noch gerechnet. Weil die Lage im Land unsicher ist, können viele Familien ihre Dörfer nicht verlassen. Auch für Sundays Familie war der Weg in die Stadt bislang zu weit und gefährlich. Die Hoffnung, dass ihrem Sohn irgendwann noch geholfen wird, haben sie aber nie aufgegeben.
Über die sozialen Medien erfuhr die junge Mutter von unserem Hilfseinsatz in Juba. Oliver Blume und Gunther Au-Balbach waren zu dem Zeitpunkt bereits vor Ort, die ersten Kinder wurden schon für die Operationen vorbereitet. Ob es für Sunday noch reichen würde, war zu diesem Zeitpunkt unsicher. Doch dank des Einsatzes aller vor Ort gelang es: Mutter und Sohn kamen rechtzeitig und sicher in Juba an.



Sunday wurde zuerst untersucht. Alle Werte waren gut, sodass Oliver Blume ihn bald schon operieren konnte. Rund eine Stunde dauerte die Operation, die Spalte war verschwunden. Ein unvorstellbares Glück für Sundays Mama!
22 Operationen konnte das Team durchführen. Insgesamt war der Andrang beim Einsatz groß. Immer mehr Familien meldeten sich, alle mit derselben Hoffnung für ihr Kind. Doch nicht alle Kinder konnten unsere Chirurgen in dieser Zeit operieren. Manche hatten nicht das nötige Gewicht oder Alter für den Eingriff oder sie waren krank. Sie alle wurden direkt für einen möglichen Folgetermin registriert. Der nächste Einsatz in Juba ist für Anfang nächsten Jahres geplant. Sofern die politische Lage im Südsudan es zulässt, werden wir die Hilfe im Südsudan auf jeden Fall fortsetzen. Nach diesem erfolgreichen Auftakt steht das für Oliver Blume und Gunther Au-Balbach außer Frage.



