Erster Hilfseinsatz in Warder/Äthiopien

Warder, Äthiopien

Vom 7. bis 15. Februar 2026 fand der erste Hilfseinsatz unseres äthiopischen Teams in Warder statt.

Warder liegt im Osten von Äthiopien, über 1.000 Kilometer von der Hauptstadt Addis-Abeba entfernt. In dieser Region leben viele Familien als Nomaden. Oft ist Viehzucht die wichtigste Existenzgrundlage. Doch diese wird immer wieder durch langanhaltende Dürren bedroht. Medizinische Hilfe ist mit langen Reisen verbunden, die sich die Menschen nicht leisten können. So bleibt vielen Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten eine frühe Operation verwehrt. Dabei ist der richtige Zeitpunkt entscheidend für die weitere Entwicklung: Eine Lippenspalte wird idealerweise mit etwa drei Monaten operiert, eine Gaumenspalte ab dem achten Lebensmonat. In Äthiopien werden viele Kinder erst viel später behandelt.

Genau hier setzt die Arbeit unserer beiden äthiopischen Chirurgen an: Dr. Samater und Dr. Abdinasir organisieren regelmäßig Einsätze außerhalb ihres festen Projektstandortes in Jijiga, damit qualifizierte Hilfe direkt zu den Patientinnen und Patienten kommt.

64-mal neues Lebensglück

Acht Stunden dauert die Reise von Jijiga nach Warder. Über regionale Nachrichten in Fernsehen und Radio haben viele Familien von unserem Hilfseinsatz erfahren. Der Andrang ist groß. Alle hoffen auf Hilfe für ihre Kinder und Angehörigen.

Neun Tage lang operieren Dr. Samater und Dr. Abdinasir von morgens bis abends, um so vielen Kindern mit Spaltbildung wie möglich zu helfen. 64 Operationen sind das wunderbare Ergebnis dieses ersten Hilfseinsatzes in Warder. Das bedeutet neues Lebensglück für 64 kleine und große Patientinnen und Patienten.

Fati (8 Monate)
Mohamed (2 Jahre)
Daud musste 20 Jahre mit seiner Lippenspalte leben.
Auf diesen Moment hat der junge Mann lange gewartet.

Ein weiterer Meilenstein

Der neue Einsatzort in Warder ist ein weiterer Meilenstein im Rahmen des erfolgreichen Projektaufbaus der Deutschen Cleft Kinderhilfe in Äthiopien und Somalia. Seit 2022 konnten bereits mehr als 790 Menschen mit Spaltfehlbildung an verschiedenen Standorten behandelt werden. Auch in Zukunft wird es unser Ziel sein, dort zu helfen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird.