Land der Widersprüche
Aufstrebende Wirtschaftsmacht und gleichzeitig hungernde Kinder. 234 Millionen Inder leben 2024 laut dem Global Multidimensional Poverty Index in Armut. Im aktuellen Welthungerindex belegt Indien Platz 105 von 127. Rund 14 Prozent der Bevölkerung leiden unter Hunger. Kinder sind besonders betroffen: 18,7 Prozent sind unterernährt, 35,5 Prozent wachstumsverzögert.
Aufklärung tut Not
In Indien bestimmt Aberglaube vielerorts noch das Leben der Menschen. Wird ein Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, wird das von den Eltern als Strafe für eigenes Fehlverhalten schicksalshaft angenommen. Väter verlassen ihre Familien, weil sie die Schmach nicht ertragen. Die Mütter werden geächtet, weil sie Fluch über die Familie gebracht haben. Die Kinder selbst werden oft aus Scham versteckt und leben ein Leben in Isolation. Dass die Spaltbildung durch eine Operation behoben werden kann, wissen die Eltern meist nicht. Nur eine langfristig und nachhaltig angelegte Hilfe mit einer gezielten Aufklärungsarbeit kann hier Veränderungen bewirken. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Gewinnung von Multiplikatoren, z. B. Mitarbeitende in Krankenhäusern und Schulen, sowie die direkte Ansprache der Bevölkerung.